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Geschrieben von Dr. Schönborn   

10 Regeln für einen gesunden Rücken


Forscher geben bekannt: zwei Drittel der Deutschen leiden unter Rückenschmerzen. Betroffen sind vor allem Menschen über 50, Übergewichtige und Frauen. Doch der Grundstein für das Leiden wird schon früh gelegt: 40 Prozent aller Teenager haben bereits Rückenprobleme. Viele Büromenschen neigen dazu, falsch auf ihrem Schreibtischstuhl zu "hängen", anstatt sich richtig gerade hinzusetzen. Die Folge: Rückenschmerzen.


Die Bandscheiben bestehen immer aus zwei Teilen: aus dem Faserring und dem Gallertkern. Diese beiden Teile liegen zwischen den Wirbeln und federn sie ab wie ein Stoßdämpfer. Dieses sehr elastische Konstrukt sorgt dafür, dass die Wirbel im richtigen Abstand zueinander gehalten und Stöße und heftige Erschütterungen abgefedert werden. Dies funktioniert aber nur, so lange die Bandscheiben Ihre Elastizität erhalten. Schon im normalen Altaerungsprozess entwässert der Faserring und wird so spröde, dass sich Risse und Verletzungen bilden. Doch auch der ganz alltägliche Druck auf Ihre Bandscheiben oder ständige Vibrationen (z.B. bei Berufskraftfahrern) sorgen für feinste Risse im Faserring. Weitere Gründe für Verletzungen der Bandscheiben sind z. B. eine angeborene Bindegewebsschwäche, nicht ausreichend trainierte Bauch-, Rücken- und Gesäßmuskeln, schlechte Haltung, zu langes und falsches Sitzen, schlechte Lagerung der Wirbelsäule im Schlaf, falsches und zu häufiges Bücken, Heben und Tragen schwerer Lasten, aber auch psychische Verspannungen.

Die Verletzungen, die durch diese Ursachen am Faserring auftreten, geben dem Gallertkern keinen Halt mehr. Es kann zwischen den Wirbeln zu einer Bandscheibenvorwölbung kommen. Dieser Vorgang ist meistens so schmerzlos, dass Sie davon gar nichts mitbekommen. Irgendwann nach einer solchen Bandscheibenvorwölbung ist es dann so weit: Der Faserring kann den Gallertkern nicht mehr festhalten. Das kann ein schleichender Prozess sein, der Auslöser ist möglicherweise aber auch das Heben von Gewichten oder ein Unfall. Dann tritt der Gallertkern zumindest teilweise, oft aber sogar ganz aus – der Bandscheibenvorfall ist da. Die meisten Bandscheibenvorfälle treten bei Menschen zwischen 40 und 50 Jahren auf. Dann sind die Gallertkerne noch prall, aber die Knorpelschicht schon rissig und spröde. Das Erstaunliche: Bis zu 70 % der Deutschen haben einen solchen Vorfall, und nur ein kleiner Teil hat es gemerkt. Denn auch so ein Bandscheibenvorfall kann völlig ohne Symptome ablaufen. Sie erfahren dann nur durch Zufall, vielleicht bei einer ganz anderen Untersuchung, dass mit Ihren Bandscheiben etwas nicht stimmt.

10 Regeln für einen gesunden Rücken

Die normalen Verschleißerscheinungen, die mit dem Alter an der Bandscheibe auftreten, können Sie kaum stoppen. Aber Sie können einiges dafür tun, dass Sie Bandscheibenvorfälle, auch die, die man dem Alter zuschreibt, vermeiden. 

 

  1.     Reduzieren Sie zu hohes Körpergewicht, dieses belastet Ihren Rücken und damit auch Ihre Bandscheiben.

  2.     Lassen Sie sich im Fachhandel beraten, wenn Sie einen neuen Schreibtischstuhl kaufen – er darf auf keinen Fall zu niedrig sein und muss für Sie in der richtigen Höhe einstellbar sein.

  3.     Auch Ihre Esszimmer- oder Küchenstühle dürfen nicht zu klein oder zu hoch sein. Die richtige Höhe für Stuhl und Tisch finden Sie folgendermaßen: Wenn Sie sitzen und die Arme angewinkelt auf dem Tisch liegen, müssen sowohl Ober- und Unterschenkel als auch Ober- und Unterarm im 90° Winkel zueinander stehen.

  4.     Gönnen Sie Ihrem Rücken eine Pause. In Ruhephasen, wenn die Wirbelsäule völlig entlastet ist, heilen kleiner Altagsbedingte Risse in den Faserringen wieder aus und es sammelt sich wider Flüssikeit darin. Gehen Sie "Rückenschwimmen", oder sorgen Sie für eine Ihrer Wirbelsäule angepaßten Unterlage um sich und ihren Rücken zu entlasten.

  5.     Achten Sie auf die Entlastung und Regeneration der Bandscheibe im Schlaf durch die richtige Unterlage. Gehen Sie in ein Fachgeschäft und lassen Sie sich Ihre Unterlage wie ein Schuh anpassen. Beachten Sie dabei die nächtliche Mobilität, hier sollte das Bett sich automatisch anpassen können.

  6.     Dinge, die Sie oft benutzen, sollten sich in Schulterhöhe im Regal oder Schrank befinden. Das gilt für oft gebrauchte Akten genau so wie für Kochtöpfe. So entlasten Sie Ihre Arme und vermeiden, dass Sie Ihre Halswirbelsäule überlasten.

  7.     Tiefe, weiche Sessel und Sofas, sind Gift für Ihren Rücken. Können Sie es nicht vermeiden, in so einem "Plüschi" zu sitzen, legen Sie sich ein Keilkissen unter.

  8.     Stehpulte sind eine ideale Entlastung für den Rücken. Achten Sie aber darauf, dass das Pult so hoch ist, dass Sie aufrecht stehen (bleiben) und nicht wie ein Fragezeichen davor hängen. Auch hier gilt: Wenn Sie Ihre angewinkelten Arme auf das Pult legen, müssen Ober- und Unterarme einen 90°-Winkel bilden.

  9.     Wenn Sie schwere Lasten heben müssen, gehen Sie mit geradem Rücken in die Knie und heben Sie aus den Oberschenkeln heraus. Belasten Sie Ihre Wirbelsäule gleichmäßig: Verteilen Sie schwere Lasten auf beide Hände

10.     Ursache Nummer 1 für die Schmerzen sind schwache Rückenmuskeln. Deswegen gilt bei Rückenbeschwerden immer – egal ob akut oder chronisch: Runder vom Sofa und aktiv bleiben! Bewegung ist das oberste Gebot!

Ihr

Dr. Schönborn 

 
 
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